IGAL

Lustenauer Häuserchronik

Geschichte der Hausnummern in Lustenau

Das erste Nummernsystem von 1787 bis 1807

Es ist kein Zufall, dass die Hausnummern erstmals 1787 aufscheinen. Sie wurden von durch eine Verfügung von Kaiser Josef II. verlangt. Es dauerte dann etwa 3 Jahre, bis die kaiserliche Verfügung auch in Lustenau zur Anwendung kam.

Im Ganzen gab es 307 Häuser, die in verschiedenen Parzellen lagen. Diese Parzellen dienten auch als Hilfe für die Verteilung der Nummern. Die Nummer 1 war für die Pfarrkirche reserviert, die Nummer 2 für die Loretokapelle. Im Stalden standen die Nummern 3 - 104, am Wiesenrain 105 - 127, im Grindel 128 - 154, im Weiler 155 - 185 und im Rheindorf 186 - 307. Der Pfarrhof hatte die Nummer 82, das Frühmesserhaus 77, das Gemeinde- oder Schulhaus 85, die Holzmühle 43 und die gräfliche Taverne 155. Nach 1787 neu gebaute Häuser erhielten dann laufend einfach die nächste freie Nummer.

Leider haben wir derzeit auf keine Quellen Zugriff, aus denen wir vollständig nachvollziehen könnten, welche Nummern damals zu welchem einzelnen Haus zugeordnet waren. Dieses allererste Nummernsystem ist daher in der Lustenauer Häuserchronik unberücksichtigt.

Das zweite Nummernsystem von 1808 bis 1856

1808 wurden allen Gemeinden von der bayrischen Besatzung neue Hausnummern vorgeschrieben. Diese Nummern wurden für einen neuen Steuerkataster benötigt.

Auch dieses Mal wurden die Nummern nach den Parzellen eingeteilt: Die Nummern 1 und 2 blieben erneut der Pfarrkirche und der Loretokapelle vorbehalten, die Nummern 3 bis 68 standen im Stalden, 69 bis 130 im Holz, 131 bis 161 am Wiesenrain, 162 bis 197 im Grindel, 198 bis 235 im Weiler, 236 bis 387 im Rheindorf und 388 bis 397 in der neuen Parzelle Hag. Das Schulhaus hatte die Nummer 99, die Holzmühle 47 und die gräfliche Taverne die Nummer 198.

Nach 1808 neu gebaute Häuser wurden wieder einfach ab der Nummer 398 laufend durchnummeriert.

Das dritte Nummernsystem von 1857 bis 1908

Die fortlaufende Nummerierung der neuen Häuser führte mit der Zeit zu einem heillosen Durcheinander bei den Hausnummern der neu gebauten Häuser, aufeinanderfolgende Nummern konnten kreuz und quer im ganzen Gemeindegebiet verteilt sein. Mit dem 1. Jänner 1857 trat daher ein neues Nummernsystem in Kraft:

Die 601 bestehenden Häuser wurden erneut nach den Parzellen durchnummeriert. Neu gebaute Häuser erhielten aber von da an eine Doppelnummer – an eine fortlaufend ab 602 vergebene Nummer wurde mit einem Schrägstrich die Hausnummer der Parzelle angehängt, aus der das neue Haus herausgelöst wurde. Die Nummer 728/87 bedeutet also z.B., dass das Haus nach 1857 gebaut wurde und dabei die laufende Nummer 728 erhielt, dass das Grundstück aber vom Haus Nummer 87 abgespalten wurde.

Im Jahre 1880 wurde ein Hausbesitzerbuch angelegt, in dem die Hausnummern im Jahre 1808 und 1880, die Nummer der Bauparzelle und die Hausbesitzer von 1808 bis 1880 eingetragen sind. Das Buch wird im Historischen Archiv der Marktgemeinde Lustenau aufbewahrt und hat bei der Erstellung der Lustenauer Häuserchronik wertvolle Dienste geleistet.

Die Einführung von Straßennamen

1907 beschloss die Gemeindevertretung, Straßenamen einzuführen. Diese 69 Straßen- und 5 Parzellennamen traten 1908 offiziell in Kraft.

Im Zuge der Umstellung wurde erneut ein Hausbesitzerbuch angelegt. Es enthält den Straßennamen und die Hausnummer, den Namen des Besitzers, den „Charakter“ des Hauses, die Nummer der Grundparzelle und der Bauparzelle und die alte Hausnummer. Auch dieses Buch hat wesentlich zur Lustenauer Häuserchronik beigetragen.

Am 25. Juli 1935 wurde zum Gedenken an den ein Jahr zuvor ermordeten austrofaschistischen Bundeskanzler Dollfuß ein Teil der Maria-Theresien-Straße in Dollfußstraße umbenannt, was nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 wieder rückgängig gemacht wurde. Es wurden dabei aber auch insgesamt die Häuser der Maria-Theresien-Straße neu nummeriert.

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