Mit 17 Teilnehmern besuchte die IGAL das Stiftsarchiv St. Gallen. Ziel war es den interessierten Mitgliedern die Bestände des Stiftarchives St. Gallen näherzubringen.
Prunkstücke sind die über 700 Traditionsurkunden aus Pergament und nahezu 100 karolingische und ottonische Herrscherdiplome aus der Zeit vor dem Jahr 1000. Ab etwa dem Jahre 720 sind Rechtsdokumente und Verwaltungsakten der Abtei St. Gallen vorhanden.
Das Stiftsarchiv ist das Archiv mit den ältesten Dokumenten nördlich der Alpen und kann somit über 1200 Jahre archivarische Tätigkeit nachweisen. Nur ganz wenige Archive, wie etwa das Staatsarchiv in Mailand, hat einen ebenso frühen Bestand.
Als wichtigste Codices seien das Verbrüderungsbuch und das Professbuch aus dem 9. Jahrhundert sowie das karolingische "Liber Viventium" (Buch der Lebenden) genannt. Die Tage- und Rechnungsbücher der Fürstäbte aus dem 16. bis 18. Jhdt sind erstklassige Quellen dar für alle möglichen Teilgebiete der Geschichte.
Erfreulich ist, daß der Bestand an Archivalien auch Vorarlberg umfasst. Extra für die Teilnehmer der IGAL wurde die älteste bekannte Urkunde die Lustenau betrifft ausgestellt. Es ist das ein vom karolingischen Kaiser Karl III. (dem Dicken) in "Lustenouua" am 24. Juli 887 unterzeichnetes Schriftstück und stellt die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung des Namens "Lustenau" (roter Pfeil) dar.
Die wichtigsten Aufgaben des Stiftsarchivs ist die Erschliessung und Bereitstellung seiner Dokumente für die historische Forschung sowie die Beantwortung wissenschaftlicher Anfragen. Temporären Ausstellungen und Publikationen runden das Angebot des Stiftsarchives ab.
Ein Lesesaal steht den Benützern zur Verfügung. Eine Heimleihe ist nicht möglich. Die Archivbenützung ist kostenlos.
IGAL, Schillerstrasse 28,
A-6890 Lustenau,
ZVR-Zahl: 050982471,
Telefon: 05577 88462,
Mail: vorstand@igal.at