Gelungener Auftakt beim 1. IGAL-Sommerforschertreff.
Rund 40 Teilnehmer folgten der Einladung zum ersten IGAL-Sommerforschertreff und erlebten einen warmen, aber sehr geschichtsträchtigen Nachmittag in Feldkirch. Das neue Veranstaltungsformat bot eine perfekte Mischung aus historischer Weiterbildung und geselligem Austausch unter Vereinsmitgliedern.
Auf den Spuren der Stadtgeschichte
Pünktlich um 16:00 Uhr versammelte sich die interessierte Gruppe vor dem imposanten Palais Liechtenstein. Unter der fachkundigen Leitung von Stadtführer Werner Gerold begaben sich die Forscher und Vereinsmitglieder auf eine spannende Spurensuche. Das Thema der Führung – „Die Montforter und der Freiheitsbrief von 1376“ – bot hochinteressante Einblicke in die historische Entwicklung der Stadt Feldkirch. Von diesem geschichtsträchtigen Ausgangspunkt aus startete der gemeinsame Rundgang. Der erste Spaziergang führte die Teilnehmer direkt zum ehrwürdigen Dom St. Nikolaus. An Hugo (I.) von Montfort erinnert die Grabplatte seines Hochgrabes, die ursprünglich in der Johanniterkirche aufgestellt war und im 17. Jahrhundert aus dieser in die Dompfarrkirche St. Nikolaus überführt wurde. Auf dieser ist Graf Hugo (I.) mit Schwert und im Ordenskleid des Johanniterkomturs dargestellt. Er gilt als Gründer der Stadt Feldkirch. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es weiter zur Neustadt, wo die Neustadtseite des historischen Rathauses mit den 3 Herren im Fokus der Betrachtung stand. Hier ist die Übergabe des Freiheitsbriefes 1376 durch den Grafen von Montfort dargestellt.
Verborgene Wege und historische Kapellen
Ein besonderes Highlight der Route war der anschließende Durchgang durch das Haus Neustadt 12, welcher der Gruppe den fast direkten Weg zum Leonhardsplatz eröffnete. Von dort aus führte die Route weiter zur geschichtsträchtigen Johanniterkirche. Hier ist momentan die Kunstausstellung: „Between States of Matter“ von Mathias Kessler zu sehen. Ein menschlicher Schädel wird zum Futter für Korallen. Das Eismeer von Caspar David Friedrich schmilzt zu Wasser. Illegal exportierter Plastikmüll wird zu einer Decke gewoben — und bleibt doch Plastik. Mit diesen drei Verwandlungen macht Mathias Kessler unseren epochalen Zustand der Schwebe sichtbar. Als Raum der Widersprüche beherbergt die Johanniterkirche die Werke nicht nur, sie wird selbst Teil davon.
Den krönenden und feierlichen Abschluss der Stadtführung bildete schließlich der gemeinsame Weg zur Heilig Kreuz Kapelle. Ein historisch bedeutender Ort für Feldkirch. Diese Kapelle hat Kaiser Maximilian der erste von Habsburg im Jahre 1380 erbauen lassen, nachdem er aus seiner Pilgerreise aus Jerusalem in Israel zurückgekehrt ist. Eine besondere Kostbarkeit ist der neugotische Altar, der von Fidelis Rudhart geschaffen wurde.
Gemütlicher Ausklang im Johanniterhof
Nach dem informativen und kurzweiligen Rundgang stand die Geselligkeit im Vordergrund. Die rund 40 Forscherinnen und Forscher trafen sich im Anschluss im Johanniterhof zu einem gemütlichen Beisammensein. Bei gutem Essen und anregenden Gesprächen ließen die Mitglieder den Abend gemeinsam ausklingen. Die Gelegenheit zum intensiven persönlichen und fachlichen Austausch wurde ausgiebig genutzt – ein rundum gelungener Auftakt für dieses neue Sommerformat!
der Obmann
Georg Watzenegger